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Unter Wasser hört der Kopf auf zu reden.

  • Autorenbild: Nadine Gander
    Nadine Gander
  • 1. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Ich bin unter Wasser, die Maske liegt in meinen Händen, und mein Körper weiss schon, was mein Kopf noch nicht wahrhaben will: Das hier ist anders.

Unter Wasser ist alles langsamer, leiser, reduzierter; Kein Lärm, kein Aussen, nur ich, das Wasser und mein Atem, mein Anker.

Und genau dieser Atem wurde zur ersten Herausforderung.


Bei einer der Übungen, der Maske abnehmen unter Wasser, wusste ich rational genau, was passiert. Ich wusste, dass ich weiter atmen kann und dass ich sicher bin.

Und trotzdem hat mein Körper anders reagiert.


Meine Brust wurde eng.

Nicht dramatisch, aber deutlich spürbar.

Mein Atem kippte, schneller, flacher, fast wie eine Schnappatmung.


Und dann war er da, dieser Gedanke.

Was mache ich hier eigentlich?

Und direkt dahinter, was wenn etwas schiefgeht?


Und genau hier begann die eigentliche Arbeit.


Ich konnte nicht einfach auftauchen. Ich konnte nicht flüchten.

Also blieb mir nur eine Möglichkeit. Ich musste da durch, bewusst.


Ich habe meinen Fokus zurück auf meinen Atem gebracht.

Langsamer, tiefer, ruhiger.

Ich habe die Enge nicht weggedrückt, sondern wahrgenommen und beobachtet.


Da ist sie.

Aber ich bin trotzdem sicher.


Später, bei einer weiteren Übung, wurde mir kurz die Luftzufuhr genommen. Ein klassischer Trainingsmoment. Ich wusste das. Und trotzdem "Alarm", Gedanken, die schneller werden wollten als die Realität, doch diesmal habe ich es früher bemerkt. Das war der Unterschied.


Nicht die Situation war das Problem.

Sondern meine Reaktion darauf.


Ich habe gelernt, im Körper zu bleiben, statt ins Kopfkino zu gehen.

Nicht in das "was wäre wenn - Szenario" einzusteigen, sondern zurück in den Moment.


Und vielleicht ist genau das die tiefste Erfahrung daran.

Nicht, wie es ist, unter Wasser zu sein.

Sondern wie es ist, bei mir zu bleiben, wenn ich es am meisten brauche.



 
 
 

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